Eines Tages kam zu Meister Ho einer seiner Bekannten, mit denen er sich gut verstand und oft Karten spielte. Aus heiterem Himmel griff er ihn an und machte ihm Vorwürfe wegen einer Bemerkung, die Ho am Vorabend beim Kartenspiel über ihn gemacht hatte. Meister Ho war verblüfft. Niemals hätte er gedacht, dass eine so kleine Bemerkung, die er überdies freundschaftlich gemeint hatte, seinen Bekannten so erregen könnte. Erst verstand er nicht, dann fürchtete er, seinen Bekannten zu verlieren, ja ihn vielleicht sogar künftig zum Feind zu haben. Keinesfalls wollte er das. Während des Gesprächs beruhigte sich der Bekannte und Meister Ho erkannte ihn wieder. Das Gespräch hatte ihm zugesetzt, und als er abends zu Hause am Tisch sass und ass, bemerkte seine Frau seine Unruhe und fragte ihn, was ihm widerfahren sei. Ho erzählte ihr von seiner Beunruhigung und sie machte sich Sorgen um ihn. «Wie kommt er dazu, wegen einer solchen Kleinigkeit mit dir so umzuspringen. Du solltest ihn in Zukunft schneiden.» Da sagte Ho sanft zu ihr: «Du hast nicht verstanden. Was mich beunruhigt, ist die Möglichkeit, dass er auch hätte wegbleiben können. Dass er zu mir kam, ehrt und beruhigt mich.»

Am darauffolgenden Tag hatte Meister Ho beim gemeinsamen Kartenspiel eine Glückssträhne.

Vertrauen