Eines Tages fiel es der Frau Meister Hos in die Augen, dass ihr Mann traurig war. Sie fragte ihn deswegen, was ihn denn so traurig mache, und ob sie ihm von Hilfe sein könnte. Meister Ho sagte leise zu ihr: «Schau, beinahe jeden Tag kommen Menschen zu mir, die sich von mir die Lösungen ihrer Probleme erwarten. Häufig gelingt es mir, ihnen zu ihrer Lösung zu verhelfen, und sie gehen dann auch erleichtert wieder weg. Jeder Einzelne, der bei mir so weg-geht, ist für mich ein Anlass stillen Stolzes. Ich bin froh, dass ich für diese Menschen vielleicht wichtig war, wenigstens für die Zeit eines kurzen Fun-kens. Was ich allerdings möchte, das wäre das Ende davon zu sehen, dass diese Menschen zu mir kommen müssen. Und seit einiger Zeit glaube ich die Lösung meines Problems gesehen zu haben. Wenn ich das Ende sehen will, dann geht das nur durch das Ende des Sehens.» Da erschrak seine Frau und wurde nun selbst traurig.

Ho sagte darauf zu ihr: «Deine Trauer ist verständlich und dennoch ist sie vorschnell. Dass ich die Lösung meines Problems zu kennen glaube, heisst noch lange nicht, dass ich die Kraft habe, es zu lösen. Hätte ich diese Kraft, so gäbe es mein Problem gar nicht.»

Hos Traurigkeit