Meister Ho war in seinem Quartier für die Qualität der Schule verantwortlich. Dass er diese Verantwortung nicht so wahrnahm, wie es seinen eigenen Wünschen entsprach, bedrückte ihn. Eines Tages kam ihm die Idee, als Schüler am Unterricht teilzunehmen und sich einfach in die Schule hinein-zusetzen. Auf diese Weise, so sagte er sich, werde ich nicht das Opfer eines einmaligen und vorschnellen Urteils sein.

Als er diese Idee den Lehrern seines Quartiers vortrug, stiess er auf gemischte Reaktionen. Ho liess sich aber von seinem Vorhaben nicht abbringen und folgte Tag für Tag dem Unterricht.

Und so wurde Meister Ho wieder zum Schüler. Die Stunden gingen dahin, und je länger sein Schulbesuch dauerte, desto zwiespältiger wurde sein Gefühl. Etwa in der Mitte der vorgesehenen Besuchszeit fragten ihn seine Nachbarn, wie es denn sei und was er zur Qualität der Schule sagen könne.

Meister Ho antwortete: «Schaut, es stimmt, dass ich Tag für Tag in die Schule gehe. Und doch habe ich keine Antwort auf eure Frage. Denn während ich das Lehren beobachten wollte, war ich mit dem Lernen so beschäftigt, dass ich das Lehren vergass. So kann ich euch nicht sagen, wie ich gelernt habe, nur dass ich es tat. Es ist meinem Denken nie gelungen, mein Handeln einzuholen.»

Ho wird Schüler