Eines Tages kam Ho aus dem Palast, setzte sich auf dem grossen Platz wie an beinahe jedem Tag auf seinen Stuhl und schwieg vor sich hin. Die Nachbarn waren bereits miteinander – ebenfalls wie an jedem Tag – im Gespräch, da sagte Meister Ho plötzlich: «Ich habe heute dem Kaiser mitgeteilt, dass ich ihn verlassen werde. Er hat meinem Wunsch zugestimmt. Ich werde also schon morgen von dieser Stadt weggehen und mein Auskommen woanders suchen.» Die Nachbarn wurden ungeduldig, sie waren neugierig und verlang-ten nach Genauerem, nach dem Schmuck der Geschichte. Ho antwortete kurz: «Der wichtigste Grund meiner Entscheidung ist mein Unvermögen. Es ist mir nicht gelungen, dem Kaiser den Unterschied zwischen Nützlichkeit und Benutzbarkeit seiner Untertanen zu verdeutlichen. Als mir dies misslang, musste ich einsehen, dass ich dem Kaiser als Berater nicht weiter nützlich sein konnte.»

Am nächsten Morgen ging Ho zusammen mit seiner Familie lächelnd am Wachtposten der Stadt vorbei. Dieser, wohl wissend, dass Meister Ho in eine ungewisse Zukunft ging, fragte ihn, warum er lächle. «Schau, der Kaiser hat mich von der Last des Gelingens befreit, und ich erkenne heute erst meine Dummheit, das Gelingen zum Massstab meines Lebens zu machen. Aber bitte behalte das für dich. Ich bin in den fremden Städten auf meine Legende angewiesen.»

Abschied